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Fahrt nach Auschwitz

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Fahrt nach Auschwitz
Anfang Februar 2015 war es nun soweit: Die Klasse 10.4 fuhr auf eigenen Wunsch nach Polen, um sich dort vor Ort einen persönlichen Eindruck zu machen von einem Platz, von dem sie im Rahmen der Stolpersteinaktion schon soviel Entsetzliches gehört hatten: Viele Völklinger wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. 
Mit Unterstützung durch den Aktionskreis Stolpersteine Völklingen, durch den Lions-Club Völklingen und durch den Gewinn des Toleranzpreises konnten wir diese Fahrt in Angriff nehmen. Auch der Globus Völklingen zeigte sich hilfsbereit und ermöglichte einen Einpackservice, bei dem die Schüler knapp 900 € an Spenden sammeln konnten, welche nun in die Fahrt fließen. Bereits im Dezember fand ein erstes Vortreffen statt, auf welchem wir unsere Erwartungen an die Fahrt formulierten und erste Informationen über unser Ziel erhielten.
Organisiert und durchgeführt durch die Arbeitsgemeinschaft evangelische Jugend Saar starteten wir am Montagnachmittag mt Frau Zuda-Tietjen nach Polen. Begleitet wurden wir auch vom saarländischen Rundfunk: Der Journalist Peter Weitzmann fand das Engagement der Schüler und die geplante Fahrt so beeindruckend, dass er mitfahren wollte. Ein erstes Interview mit den Schülern fand bereits in den letzten Wochen statt, ein weiterer Bericht im SR2 Kulturradio wird in der nächsten Zeit folgen.
Am Montag, 2 Februar 2015, ging es dann los: Gegen Nachmittag starteten wir Richtung Polen. Nach 17 Stunden kamen wir in der Jugendbegegnungsstätte Oswiecim an. Am Nachmittag nach einer Einführung in die Arbeitsweise der Jugendbegegnunsstätte stand dann ein erster Besuch des Ortes statt. Wir sahen die alte Synagoge und konnten beim örtlichen Kantor Geld tauschen. 
Am nächsten Morgen fuhren wir in das Stammlager Auschwitz, wo wir eine sehr kompetente Führung bekamen. Neben vielen Dingen, die wir schon von Fotos kannten, trafen uns vor allem die zahlreichen Fotos der Opfer und die Berge von Schuhen, Haaren, Brillengestellen, Rasierpinseln, die einem einen Eindruck geben von der Dimension des Grauens. In der jüdischen Ausstellung wurden wir mit Filmausschnitten konfrontiert, die das jüdische Leben vor dem Holocaust zeigten- viele erschraken, da ihnen bewusst wurde: Das könnten auch Filme und Bilder von uns sein! Im Buch der Namen fanden wir dann auch die Völklinger Opfer des Nationalsozialismus, von denen wir in den letzten Jahren bei unserer Recherche für die Stolpersteine soviel gehört hatten: Familie Bermann, Familie Kahn, Familie Ostrolenk.  Nachmittags bestand dann die Möglichkeit, die nationalen Ausstellungen ohne Führung zu besuchen.
Der Besuch des Vernichtungslagers Auschwitz- Birkenau am nächsten Tag brannte sich dann besonders ein: Von der Größe des Lagers waren wir alle geschockt. Die Schlafstääten, die Waschräume, die zerstörten Gaskammern,... das alles wird wohl keiner von uns vergessen. Nachmittags lernten wir in einem Workshop einen Zeitzeugen kennen, der im Sonderkommando in Auschwitz arbeiten musste. Er lieferte einen erschütternden Bericht, der unter die Haut ging. Am Abend sahen wir gemeinsam den Film  Schindlers Liste, und was an diesem Morgen noch schwer zu fassen war, bekam ein Gesicht: Die Ankunft mit den Zügen in Birkenau, das Grauen des Aussortierens, die Asche der Tausenden Toten in der Luft,...
Freitags fuhren wir dann nach Krakau, auch, um den Kopf freizubekommen und stellten fest, welch eine tolle Stadt das ist. Wir sahen die Drehorte für Schindlers Liste und trafen den Sohn eines "Schindlerjuden", wir bestaunten die fantastischen Bauwerke und zu guter Letzt konnten wir die Innenstadt auf eigene Faust erkunden- ein toller Tag!
Samstags recherchierten wir in der Bibliothek der Jugendbegegnungsstätte über Täter und Opfer, bevor wir nachmittags im Stammlager Abschied nahmen. Der Moment, als wir Rosen an der Erschießungswand ablegten und gemeinsam beteten - jeder in seiner Sprache und Religion -, bleibt wohl allen in Erinnerung. Sonntag früh machten wir uns dann auf den Heimweg.
Die Fahrt hat uns alle sehr bewegt: Den Ort zu sehen, an dem soviele Menschen ihr Leben lassen mussten, war etwas völlig anderes, als nur darüber zu reden oder in einem Geschichtsbuch zu lesen. Mit jedem Tag, der vergeht, brennt sich diese Erfahrung mehr ein in unser Gedächtnis. Das wurde besonders deutlich auf dem Nachtreffen Mitte März.




 
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